Abschied nach über 12 Jahren

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Nach nunmehr 13 Jahren Mitgliedschaft im Regatta Surf Club Chiemsee (RSCC) nehme ich meinen Abschied aus dem Club. In den letzten 2 - 3 Jahren ist einiges im und am Club selbst passiert, mit dem ich nicht immer einverstanden war und auch nach wie vor nicht bin, so dass ich mich nicht mehr mit dem Club identifizieren kann. Ich war gern im Club und im Grunde immer bereit zu helfen, wenn Hilfe benötigt wurde. Auch das Leistungsniveau war stets hoch. Dennoch gab es Veränderungen die mich zu einer Kündigung bewogen haben.

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Warum hab ich gekündigt?

Ich werde jetzt hier keine Namen nennen, sondern möchte mir einfach nur auf diese Art und Weise etwas Luft verschaffen und das vorgefallene verarbeiten. Sowie alle Interessierten auf diesem Weg meine Gründe für einen Austritt aus dem Club übermitteln.

Und wer weiß, vllt. verursache ich dadurch sogar ein paar Veränderungen im und am Club.

Sicherung bei Regatten

Die extremsten Vorfälle passierten auf den beiden letzten Regatten die ich am Club mitgemacht habe. Der Club war in meinen Augen immer dafür bekannt, auf Sicherheit seiner Mitglieder und der Regattateilnehmer von Clubregatten zu achten. Was wurde in meinen Anfangsjahren für ein Aufwand betrieben wenn einer von uns “Kindern” allein auf den See hinausfahren wollte. Damals mussten wir uns immer, wenn wir ohne Aufsicht eines Erwachsenen aufs Wasser gegangen sind, auf einem Schwarzen Brett eintragen und, wenn wir wieder an Land waren, austragen, damit unsere Eltern und andere Erwachsene wussten, dass Kinder auf dem Wasser sind.

Bei den letzten beiden Regatten passierte es dann, dass zu wenig Begleitboote für alle Teilnehmer vorhanden waren. Der Wetterbericht lautete bei beiden Regatten auf mäßigen Wind mit hoher Wahrscheinlichkeit von Schlechtwetterfronten. Zuvor hatte man sich am Club gerühmt, dass man für die Sicherheit auch Boote mieten könne und tun werde.

Die beiden Regatten kamen und es passierte, dass jeweils eine Schlechtwetterfront mit 6 - 7 Bft. über den Chiemsee zog. Für mich persönlich stellen diese Windstärken, sowie Schlechtwetterfronten kein größeres Problem dar, da ich gelernt habe damit umzugehen und wie man sich in solchen Situationen verhalten soll/muss. Nun war es so, dass sehr viele Kinder bei den Regatten teilnahmen die nicht unbedingt wussten wie man sich bei Schlechtwetterfronten verhält, wenn man sein Material überhaupt nicht mehr kontrollieren kann. Ein Großteil der Kinder war kurz nach der Schlechtwetterfront über den ganzen See verteilt und musste zu meinem Bedauern von der Wasserwacht aufgesammelt und an Land gebracht werden.

Motorbootführerschein / Übungsleiter

Mir ist schon vor etlichen Jahren aufgefallen, dass nicht alle Mitglieder “gleich” behandelt werden. Gut wird man sagen, es gibt keinen Club/Verein in dem Mitglieder gleich behandelt werden. Da stimme ich auch zu, doch es hat auch Grenzen.

Eine kleine Geschichte dazu: Als ich meine Karriere am Club anfing, wurden dringend Leute gesucht, die einen Motorbootführerschein besitzen und im Notfall als Motorbootfahrer aushelfen können.

2007/2008 hab ich dann aus diesem Grund, beide Motorbootführerscheine (Binnen und See). Bis heute war ich nicht berechtigt, mit dem Motorboot zu fahren obwohl es schon verschiedene Situationen gab, in denen ein Motorbootführer gesucht wurde. Stattdessen haben Sie lieber telefoniert und jemand anderen extra an den Club fahren lassen um dann mit dem Motorboot zu fahren. Und das obwohl ich in der offiziellen Liste der Motorbootführer geführt wurde.

Ein paar andere aus dem Club die anscheinend mehr in der Gunst des Clubs stehen, haben erst weit nach mir (ca. 2-3 Jahre danach) den Motorbootführerschein gemacht und durften auf Anhieb auch fahren.

Weiter hieß es, dass man, wenn man den Führerschein macht, einen Zuschuss vom Club erhält. Ich habe bis heute keinen Zuschuss erhalten und weiß, dass den anderen der Führerschein komplett bezahlt wurde. Und es kann niemand abstreiten, dass er nicht gewusst hätte, dass ich einen Führerschein habe. Oft genug wurden Sie von mir darauf hingewiesen. Auch dass mein damaliger Bundestrainer mich am Chiemsee fahren lies, dürfte keinem entgangen sein.

Eine ähnliche Geschichte habe ich mit einem Übungsleiterschein erfahren. Der Club äußerte den Wunsch, dass Mitglieder einen Übungsleiterschein machen, um Kindertrainings abzuhalten. Dieser Schein soll dann vom Club bezuschusst, bzw. in gewissen Fällen komplett übernommen werden. Ich bin seit meinem Abitur ausgebildeter Übungsleiter C. Dies hat am Club selbst nie wirklich jemanden interessiert, obwohl es jeder gewusst hat. Auch einen Zuschuss hab ich nie erhalten.

Sponsoring

In der Zeit, als ich noch aktiv international unterwegs war, hatte ich einen Hauptsponsor (Sparkasse Rosenheim). Dieser wollte jedoch eine Spendenquittung für seine Sponsortätigkeit haben und diese durfte nur mein Club ausschreiben. Somit trat die Sparkasse an meinen Club, bzw. den Förderverein meines Clubs heran. Nachdem alles zwischen dem Club und der Sparkasse geklärt war, hatte ich zu Beginn sehr starke Probleme an das Geld zu kommen, dass man mir versprochen hatte. Der Förderverein wollte/konnte nicht verstehen, wieso nur ich gesponsert wurde und nicht gleich der komplette Club. Er würde das Geld ja schließlich sinnvoll und fair unter den Aktiven verteilen.

Erschreckende Reaktionen auf Clubaustritt

Sehr erschreckend finde ich nach meinem Austritt vor allem, dass sich, bis auf eine Person, niemand aus dem Club bei mir gemeldet hat und nachgefragt hat, wieso ich denn jetzt ausgetreten bin. Es hat anscheinend von der Vorstandschaft niemand interessiert, dass ich nicht mehr dabei bin und Ranglistenpunkte für den Club einfahren werde.

In meinen Augen sollte sich vor allem die Vorstandschaft von kleineren Clubs, wie das hier der Fall ist, immer fragen, WARUM Mitglieder den Club verlassen. Und, wenn nötig, die Gründe hinterfragen und versuchen etwas besser zu machen. Aber dies ist hier anscheinend nicht der Fall.

Hieraus schließe ich, dass sich die Vorstandschaft nicht um Ihre Mitglieder kümmert, bzw. kümmern will. Das finde ich sehr schade und bestätigt für mich einmal mehr den Beschluss, aus dem Club auszutreten.

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